Das Sexualstrafrecht als Motor der Kriminalpoliltik = The sexual penal law as driving force of crime policy

Dieser Beitrag zeichnet die Entwicklung des deutschen Sexualstrafrechts ausgehend von der Phase der Liberalisierung und seiner moralischen ‚Entrümpelung’ bis in die Gegenwart mit seiner erneuten Expansion nach. Dabei zeigt sich an einer Vielzahl von Beispielen, dass die Gesetzgebung auf dem Feld des...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. VerfasserIn: Sack, Fritz 1931- (VerfasserIn)
Beteiligte: Schlepper, Christina
Medienart: Elektronisch Aufsatz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2011
In: Kriminologisches Journal
Jahr: 2011, Band: 43, Heft: 4, Seiten: 247-268
Online-Zugang: Kurzbeschreibung (Verlag)
Volltext (kostenfrei)
Verfügbarkeit prüfen: HBZ Gateway
Schlagwörter:
Parallele Ausgabe:Nicht-Elektronisch
Beschreibung
Zusammenfassung:Dieser Beitrag zeichnet die Entwicklung des deutschen Sexualstrafrechts ausgehend von der Phase der Liberalisierung und seiner moralischen ‚Entrümpelung’ bis in die Gegenwart mit seiner erneuten Expansion nach. Dabei zeigt sich an einer Vielzahl von Beispielen, dass die Gesetzgebung auf dem Feld des Sexualstrafrechts unzweifelhaft auf die Schiene der punitiven Stoßrichtung der Kriminalpolitik geraten ist, deren markante Kennzeichen ihre Opfer- und Sicherheitsorientierung sind. Daneben gebührt dem Ausbau der Sicherungsverwahrung besondere Beachtung, welcher in erster Linie an Sexualstraftäter adressiert ist. Ausgehend von dem Befund, dass es nicht die registrierte ‚Quantität’ von Sexualstraftaten sein kann, die den legislativen Aktionismus auf diesem Strafrechtsfeld vorantreibt, wird abschließend ein Blick auf die Akteure bzw. „Moralunternehmer“ geworfen, die die Sexualstraftaten ganz nach oben auf die politische Agenda befördern und auf diese Weise die kriminalpolitische Verschärfung des Sexualstrafrechts forciert haben.
This article documents the development of German sexual penal law from its period of liberalisation and its moral ‘emancipation’ to its present new expansion. A lot of indicators and examples are given to demonstrate that the legislation in this field of the penal law unquestionably has taken the punitive road, based on its two most characteristic principles of victimisation and securitisation. In addition, the proliferation of the rules of detention deserve special attention which are primarily targetted at sexual offenders. Given the fact that it is not the “quantitative” dimension of sexual crimes which can explain the hectic legislative activities in this penal area, the article throws a final view on the actors – “moral entrepreneurs” – who have succeeded in moving sexual crimes to the very top of the political agenda, thereby contributing to the ruthless harshening of the sexual penal law.
Beschreibung:Literaturverzeichnis: Seite 265-268