Femizide in Deutschland: eine empirisch-kriminologische Untersuchung zur Tötung an Frauen : Forschungskurzbericht

„Femizide in Deutschland“ (FemiziDE) war ein empirisches Verbundforschungsprojekt des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e. V. Von 2022 bis 2025 wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie dem Säch...

Full description

Saved in:  
Bibliographic Details
Authors: Rebmann, Florian (Author) ; Maier, Sabine (Author) ; Stelly, Wolfgang 1967- (Author) ; Thomas, Jürgen 1963- (Author) ; Lutz, Paulina 1989- (Author) ; Labarta Greven, Nora (Author)
Corporate Author: Eberhard Karls Universität Tübingen. Herausgebendes Organ (Issuing body)
Format: Electronic Book
Language:German
Published: Tübingen Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2025
In:Year: 2025
Online Access: Volltext (Publisher)
Volltext (kostenfrei)
Volltext (kostenfrei)
Volltext (kostenfrei)
Volltext (kostenfrei)
Check availability: HBZ Gateway
Keywords:
Description
Summary:„Femizide in Deutschland“ (FemiziDE) war ein empirisches Verbundforschungsprojekt des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e. V. Von 2022 bis 2025 wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert. Der vorliegende Forschungskurzbericht stellt die zentralen Ergebnisse des Projekts vor. Ein Ziel des Forschungsprojekts war es, herauszufinden, wie viele Femizide es in Deutschland gibt. Dazu wurde zunächst das theoretische Konzept „Femizid“ konkretisiert und operationalisiert. Nach der von FemiziDE entwickelten zweistufigen Definition sind Femizide vorsätzliche Tötungsdelikte, die sich gegen eine Frau oder ein Mädchen richten, und die unter anderem darauf zurückzuführen sind, dass das Opfer weiblich und daher potenziell sexistischer Diskriminierung ausgesetzt war. Dieser Geschlechtsbezug kann sich einerseits aus einem sexistischen Motiv der Tatperson ergeben (enger motivbezogener Femizidbegriff). Andererseits kann er daraus resultieren, dass Frauen aufgrund ihrer Stellung in der (deutschen) Gesellschaft für bestimmte Arten von Tötungsdelikten besonders vulnerabel sind (weiter soziostruktureller Femizidbegriff). FemiziDE analysierte mit quantitativen und qualitativen Methoden die Strafverfahrensakten zu fast allen 334 versuchten und vollendeten Tötungsdelikten mit mindestens einem weiblichen Opfer, die im Jahr 2017 in verschiedenen Bundesländern (Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen sowie in ausgewählten Städten Nordrhein-Westfalens) polizeilich erfasst worden waren. Auf dieser Grundlage wurden Falltypen von Femiziden gebildet. Außerdem konnten sowohl die polizeilichen Maßnahmen im Vorfeld der Taten als auch die anschließende rechtliche Bewertung durch die Gerichte in den Blick genommen werden.
Physical Description:1 Online-Ressource (84 Seiten)
DOI:10.15496/publikation-113671