Das letzte Mittel staatlicher Gewalt: juristische Rahmenbedingungen, Prävalenz und Forschungsstand zum polizeilichen Schusswaffengebrauch

Der Beitrag gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die vorhandene Datengrundlage sowie den aktuellen Forschungsstand zum polizeilichen Schusswaffengebrauch. Zunächst werden die in Deutschland geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert, unter denen Polizeikräfte von ihre...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
VerfasserInnen: Schmitz, Laura (Verfasst von) ; Kemme, Stefanie 1973- (Verfasst von) ; Struck, Jens (Verfasst von)
Medienart: Druck Aufsatz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2025
In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform
Jahr: 2025, Band: 108, Heft: 2, Seiten: 89-108
Verfügbarkeit prüfen: HBZ Gateway
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Beschreibung
Zusammenfassung:Der Beitrag gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die vorhandene Datengrundlage sowie den aktuellen Forschungsstand zum polizeilichen Schusswaffengebrauch. Zunächst werden die in Deutschland geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert, unter denen Polizeikräfte von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen dürfen, wobei sowohl die öffentlich-rechtliche Ermächtigung als auch die strafrechtliche Rechtfertigung betrachtet werden. Bei der Auswertung des Ausmaßes des Schusswaffengebrauchs werden sowohl die offiziellen Statistiken, beauftragt durch die Innenministerkonferenz, als auch zivilgesellschaftlich gesammelte Medienberichte herangezogen. Dabei zeigt sich, dass insbesondere die offizielle Dokumentation bislang unzureichend ist. Darüber hinaus wird innerhalb des Beitrags der gegenwärtige Forschungsstand referiert, wobei deutlich wird, dass die empirische Forschung in Deutschland noch am Anfang steht. Internationale Studien, insbesondere aus den USA, geben Hinweise auf relevante Forschungsperspektiven, etwa zu ethnischen Disparitäten oder der Rolle psychischer Erkrankungen im Zusammenhang mit polizeilichem Schusswaffengebrauch. Diese Erkenntnisse sind aufgrund unterschiedlicher rechtlicher und gesellschaftlicher Kontexte jedoch nur begrenzt übertragbar. Der Beitrag macht deutlich, dass mehr empirische Forschung zum polizeilichen Schusswaffengebrauch in Deutschland erforderlich ist – sowohl für den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn als auch zum Schutz aller in entsprechende Situationen involvierten Personen.
This article examines the legal framework, empirical evidence, and current research on police firearm use. The analysis begins with a comprehensive review of German legal provisions governing police firearm deployment, encompassing both public law authorizations and criminal law justifications. To assess the prevalence of firearm use, the study synthesizes official statistics from the Standing Conference of Interior Ministers with media reports documented by civil society organizations in Germany. This comparative analysis reveals significant deficiencies in official documentation practices. The article then evaluates the current state of research, highlighting the nascent nature of empirical studies in Germany. While international research, particularly from the United States, offers valuable insights into crucial aspects such as ethnic disparities and the role of mental illness in police firearm incidents, the transferability of these findings is constrained by distinct legal and sociocultural contexts. This analysis underlines the urgent need for expanded empirical research on police firearm use in Germany, both to advance scholarly understanding and to enhance safety protocols for all parties involved.
Beschreibung:Literaturverzeichnis: Seite 106-108
Physische Details:Illustrationen
ISSN:0026-9301