Das Klima der Ungleichheit. Zur sozialen Struktur von Klimakonflikten: The climate of inequality. On the social structure of climate conflicts

Der Beitrag kartiert, wie Klimakonflikte mit Formen sozialer Ungleichheit verwoben sind. In Erweiterung der Arbeiten von Dörre et al. zu betrieblichen Transformationskonflikten werden vier Formen gesellschaftlicher Ungleichheit herausgearbeitet, die in Auseinandersetzungen um das Klima virulent werd...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
VerfasserInnen: Westheuser, Linus 1989- (Verfasst von) ; Mau, Steffen 1968- (Verfasst von) ; Lux, Thomas (Verfasst von)
Medienart: Elektronisch Aufsatz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2025
In: Berliner Journal für Soziologie
Jahr: 2025, Band: 35, Heft: 2, Seiten: 339-354
Online-Zugang: Volltext (kostenfrei)
Verfügbarkeit prüfen: HBZ Gateway
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Beschreibung
Zusammenfassung:Der Beitrag kartiert, wie Klimakonflikte mit Formen sozialer Ungleichheit verwoben sind. In Erweiterung der Arbeiten von Dörre et al. zu betrieblichen Transformationskonflikten werden vier Formen gesellschaftlicher Ungleichheit herausgearbeitet, die in Auseinandersetzungen um das Klima virulent werden: die ungleiche Verursachung von Klimaschäden, die ungleichen Betroffenheiten, die ungleichen Transformationslasten und die ungleichen ökologischen Distinktionsgewinne. Auf der Basis empirischer Forschung aus dem "Triggerpunkte"-Projekt zeigt der Beitrag, dass diese Ungleichheiten und ihre politische (Nicht‑)Bearbeitung entscheidend dafür sind, wie Bürger:innen verschiedener Klassen über die Klimapolitik streiten. Durch die Brille der Sozialstruktur betrachtet, so der Befund, lassen sich auch die Blockaden der gegenwärtigen Klimapolitik besser verstehen. Der ökologische Umbau von Wirtschaft und Lebensweise wird nur dann gesellschaftlich tragfähig sein, wenn klassenbezogene Ungleichheiten, Interessenslagerungen und Gerechtigkeitsvorstellungen sowie Fragen der kollektiven Handlungsfähigkeit systematisch mitbedacht werden.
The article maps how political conflicts over climate change are intertwined with social inequality. Building on studies of Dörre et al. on industrial transformation conflicts, four forms of social inequality are identified that structure climate politics: unequal causation of ecological damage, unequal affectedness, unequal burdens of the green transformation, and unequal gains from ecological distinction. Based on own empirical research, the paper shows that these inequalities and the way they do or do not become politicized are decisive for how citizens from different classes position themselves in disputes about climate policy. Social structure and inequality, the findings suggests, explain blockages in current efforts at climate protection. The green transformation will only be viable if class-related inequalities, interests, ideas of justice, as well as resources of collective agency are systematically taken into account.
ISSN:1862-2593
DOI:10.1007/s11609-025-00566-3