Eine Kulturgeschichte des Amok

Der Text gibt einem Phänomen eine Geschichte zurück, das heute landläufig eher mit Plötzlichkeit und Desintegration konnotiert ist. Die Geschichte beginnt in Südostasien und ist dort fester Bestandteil vieler kleiner, ehrzentrierter und stark hierarchischer Feudalgesellschaften. Amok hat dort eine k...

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Published in:Trauma
Main Author: Christians, Heiko (Author)
Format: Print Article
Language:German
Published: 2018
In:Trauma
Year: 2018, Volume: 16, Issue: 2, Pages: 6-18
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Description
Summary:Der Text gibt einem Phänomen eine Geschichte zurück, das heute landläufig eher mit Plötzlichkeit und Desintegration konnotiert ist. Die Geschichte beginnt in Südostasien und ist dort fester Bestandteil vieler kleiner, ehrzentrierter und stark hierarchischer Feudalgesellschaften. Amok hat dort eine kulturell tief verankerte und differenzierte Rationalität des Ablaufs, der Begründung, des Anlasses, der Wirkung. Nach Europa wird dieser Komplex, ohne seinen sozial-kulturellen Kontext, erstmals massiv zu Beginn des 20. Jahrhunderts von neuen Medien wie dem illustrierten Reisebericht, der Zeitung und dem Film als Chiffre ungezügelter Wut und Leidenschaft importiert. Seine neuen US-amerikanischen und europäischen Formen wurden schnell Gegenstand psychiatrischer Forschung und kulturindustrieller Populärkultur.
ISSN:2198-5685