Prävention von sexuellen Übergriffen in Institutionen

Das Ausmaß von sexuellen Übergriffen in Institutionen ist nur annähernd bekannt. Einerseits handelt es sich dabei um PSM (Professional Sexual Misconduct), d.h. Übergriffe durch Fachleute im Rahmen ihrer professionellen Tätigkeiten. Andererseits kommt es unter den Klienten der Einrichtung zu sexuelle...

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Published in:Zeitschrift für Psychotraumatologie und psychologische Medizin
Main Author: Tschan, Werner (Author)
Format: Print Article
Language:German
Published: 2006
In:Zeitschrift für Psychotraumatologie und psychologische Medizin
Year: 2006, Volume: 4, Issue: 4, Pages: 39-44
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Summary:Das Ausmaß von sexuellen Übergriffen in Institutionen ist nur annähernd bekannt. Einerseits handelt es sich dabei um PSM (Professional Sexual Misconduct), d.h. Übergriffe durch Fachleute im Rahmen ihrer professionellen Tätigkeiten. Andererseits kommt es unter den Klienten der Einrichtung zu sexuellen Übergriffen, womit die Schutz- und Betreuungsfunktion der Institution in Frage gestellt wird. Die Erschütterung in die Erwartungen gegenüber Fachleuten resp. der Institution führt zu einem nachhaltigen Vertrauensverlust in die professionellen Helfersysteme. Der erneute sexuelle Missbrauch führt insbesondere in denjenigen Fällen, wo Betroffene aufgrund zurückliegender sexueller Gewalterfahrungen professionelle Hilfe aufgesucht haben, zu einer erheblichen Retraumatisierung und Chronifizierung der Störungsbilder. Der vorliegende Beitrag diskutiert präventive Strategien und zeigt mögliche Vorgehensweisen auf. Es wird auf die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung für die verschiedenen involvierten Fachleute hingewiesen. Nicht zuletzt muss sich auch die Leitung der Institution über das „risk management“ mit Fragen der Qualitätssicherung und der Verantwortung der Einrichtung beschäftigen.
ISSN:1611-9568