Informationsmanagement bei der Polizei: Digitalisierung als Herausforderung und Chance – Ergebnisse einer Sachbearbeiterbefragung der Polizei Hamburg

Die Entwicklung der Einbruchskriminalität in Deutschland ist dauerhafter Gegenstand in politischen, gesellschaftlichen und medialen Sicherheitsdiskursen. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich ist zu einem Maßstab für erfolgreiche Polizeiarbeit geworden, an dem Politik und Amtsleitung gewollt...

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Bibliographic Details
Authors: Bettermann-Jennes, Ulf (Author) ; Rabitz-Suhr, Simone (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
Published: 2018
In: SIAK-Journal
Year: 2018, Volume: 15, Issue: 1, Pages: 13-26
Online Access: Volltext (Resolving-System)
Check availability: HBZ Gateway
Keywords:
Description
Summary:Die Entwicklung der Einbruchskriminalität in Deutschland ist dauerhafter Gegenstand in politischen, gesellschaftlichen und medialen Sicherheitsdiskursen. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich ist zu einem Maßstab für erfolgreiche Polizeiarbeit geworden, an dem Politik und Amtsleitung gewollt oder ungewollt gemessen werden. Das öffentlichkeitswirksame Versprechen der Wirtschaft, insbesondere den Wohnungseinbruch durch eine auf Algorithmen gestützte Informationsverarbeitung prognostizierbar und geografisch bestimmbar zu machen, lässt die Erwartungshaltung an die Strafverfolgungsbehörden steigen, verfügbare Daten im Sinne einer erhöhten Aufklärungsquote nutzbar zu machen. Die Suche nach Zusammenhängen durch „wissende“ Computerprogramme übernehmen zu lassen, ist verführerisch und lässt sich leicht und abstrakt fordern. Die Erhebung und Zusammenführung von Informationen – der unspektakuläre, aber essentielle Prozess der Datenverwaltung – wird hierbei fälschlicherweise als bereits voll funktional vorausgesetzt. Seit 2016 befasst sich die Kriminologische Forschungsstelle des Landeskriminalamtes (LKA) Hamburg mit den Voraussetzungen und Poten­zialen des „Predictive Policing“ am Beispiel des Wohnungseinbruchs. Die Untersuchung des Informationsmanagements in der Einbruchssachbearbeitung lässt zumindest für Hamburg erkennen, dass die abstrakte Reproduktion einzelner Daten nur bedingt eine ermittlungsförderliche Wirkung entfaltet. Unabdingbar bleibt vielmehr die kriminalis­tische, personengebundene Kompetenz des Sachbearbeiters, um das verfügbare Wissen nutzbar zu machen.
ISSN:1813-3495
DOI:10.7396/2018_1_B