Muslimische Streitschlichter: die neuen Richter ohne Gesetz?

Im Mai dieses Jahres hat das Innenministerium NRW erstmals das "Lagebild Clankriminalität" vorgestellt. Mehr als 14 200 Straftaten sollen in den vergangenen zwei Jahren von ca. 104 Großfamilien begangen worden sein. Sei es Raub, Nötigung, Körperverletzung - mit jeglicher Form von Kriminali...

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Bibliographic Details
Published in:Kriminalistik
Main Author: Duran, Hülya (Author)
Format: Print Article
Language:German
Published: 2019
In:Kriminalistik
Year: 2019, Volume: 73, Issue: 10, Pages: 574-577
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Availability in Tübingen:Present in Tübingen.
IFK: In: Z 9
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Summary:Im Mai dieses Jahres hat das Innenministerium NRW erstmals das "Lagebild Clankriminalität" vorgestellt. Mehr als 14 200 Straftaten sollen in den vergangenen zwei Jahren von ca. 104 Großfamilien begangen worden sein. Sei es Raub, Nötigung, Körperverletzung - mit jeglicher Form von Kriminalität werden die arabischen Clans in Verbindung gebracht. Die Strafen fallen jedoch meist milde aus. So wurde vor kurzem der Sohn eines "Clan-Bosses" vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Dass die Strafen so milde ausfallen ist den sog. Friedensrichtern geschuldet. Die Schlichtung ist eine Rechtstradition in islamischen Ländern, die 3000 Jahre zurück geht und bis heute überlebt hat. Sie ist auch in Deutschland angekommen: eine Paralleljustiz inmitten eines demokratischen Rechtsstaates. Fraglich ist, wer diese Friedensrichter sind und woher sie die Macht haben, Verbrechen "einfach" in Hinterhöfen zu regeln. Interessant dabei ist auch die Beachtung der Religion und die innergesellschaftlich- familiären Werte und Normen.
ISSN:0023-4699