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Prävention sexualisierter Gewalt im Jugendalter: Evaluationsstudie zur Wirkung zweier schulischer Präventionsprogramme auf Disclosurebereitschaft und Viktimisierungserleben

Zahlreiche Präventionsprogramme gegen sexualisierte Gewalt existieren für den schulischen Bereich. Vielen Programmen mangelt es jedoch einer rigorosen Evidenzbasierung, insbesondere bei Maßnahmen für jugendliche Schüler/-innen. Variablen auf einer verhaltensnahen Ebene wie Disclosurebereitschaft ode...

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Bibliographic Details
Main Author: Muck, Christoph
Contributors: Schiller, Eva-Maria (VerfasserIn); Kärnter, Joscha (Author)
Format: Print Article
Language:German
Published: 2018
In:Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation
Year: 2018, Volume: 38, Issue: 2, Pages: 154-170
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Description
Summary:Zahlreiche Präventionsprogramme gegen sexualisierte Gewalt existieren für den schulischen Bereich. Vielen Programmen mangelt es jedoch einer rigorosen Evidenzbasierung, insbesondere bei Maßnahmen für jugendliche Schüler/-innen. Variablen auf einer verhaltensnahen Ebene wie Disclosurebereitschaft oder Viktimisierungserleben eignen sich als aussagekräftiges Kriterium einer potentiellen Wirksamkeit dieser Programme. Die vorliegende Studie versucht außerdem den Einfluss von Vorerfahrung mit Sexualpädagogik und Prävention sexualisierter Gewalt auf die Wirksamkeit der Programme zu untersuchen. In einem cluster-randomisierten (RCT) Design mit Prä-, Post- und Follow-Up-Messung wurden zwei schulische Präventionsprogramme (PP: Practitioner Programm vs. SPP: Scientist-Practitioner Programm) mit einer (Warteliste-)Kontrollgruppe kontrastiert. Hierbei wurden 27 Schulklassen mit insgesamt 453 jugendlichen Schüler/-innen (MAlter = 14.18) entweder einer von zwei Interventionsgruppen (PP oder SPP) oder einer Kontrollgruppe randomisiert zugeteilt. Beide Präventionsprogramme zeigten einen positiven kurz- und langfristigen Einfluss auf die Disclosurebereitschaft gegenüber einer Beratungsstelle. Das PP zeigte darüber hinaus eine leichte Reduzierung im Viktimisierungserleben im Follow-Up. Es zeigten sich keine Effekte von Vorerfahrung mit Sexualpädagogik und Prävention sexualisierter Gewalt. Im schulischen Alltag kann das PP somit eine effiziente Präventionsmaßnahme gegen sexualisierte Gewalt für Jugendliche darstellen, wobei zukünftige Studien die Wirksamkeit auch für direktere Maße und heterogenere Schülerpopulationen erbringen sollten.
ISSN:1436-1957