Prävalenz sexualisierter Gewalt durch Gleichaltrige in der Jugend = The prevalence of sexual violence perpetrated against adolescents by their peers

Während Gleichaltrige als wichtige Sozialisationsumwelt für eine gelingende Entwicklung Jugendlicher gelten, können sie gleichzeitig auch ein Entwicklungsrisiko darstellen. Das gilt insbesondere für den Bereich der sexualisierten Gewalt. Ausgehend davon geht der vorliegende Beitrag den Fragen nach,...

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Published in:Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation
Main Author: Maschke, Sabine (Author)
Other Authors: Stecher, Ludwig (Author)
Format: Print Article
Language:German
Published: 2018
In:Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation
Year: 2018, Volume: 38, Issue: 2, Pages: 118-135
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Summary:Während Gleichaltrige als wichtige Sozialisationsumwelt für eine gelingende Entwicklung Jugendlicher gelten, können sie gleichzeitig auch ein Entwicklungsrisiko darstellen. Das gilt insbesondere für den Bereich der sexualisierten Gewalt. Ausgehend davon geht der vorliegende Beitrag den Fragen nach, wie hoch das Risiko für Jugendliche ist, von sexualisierter Gewalt durch Gleichaltrige betroffen zu sein, um welche Gewaltformen es sich dabei handelt und wie die Täter/innen in Beziehung zu den Betroffenen (etwa als Bekannte, Freunde oder Mitschüler/ innen) stehen. Datengrundlage ist eine repräsentative Jugendsurveystudie, in der 2.700 Schüler/innen der 9. und 10. Jahrgangsstufe zu ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt befragt wurden. Die Befunde zeigen u. a., dass das Risiko Jugendlicher, durch Gleichaltrige sexualisierte Gewalt zu erfahren, höher ist, als das Risiko, das von Erwachsenen ausgeht, und dass dies im Allgemeinen für nicht-körperliche wie für körperliche Bereiche sexualisierter Gewalt gilt. Die in den Befunden darüber hinaus sichtbar werdende Dichotomie (überwiegend) weiblicher Viktimisierung und (überwiegend) männlicher Täterschaft eröffnet einen kritischen Blick auf Peer-Sozialisationskonzepte, die in macht-symmetrischen Beziehungen unter den Gleichaltrigen ihren theoretischen Ausgangspunkt nehmen.
ISSN:1436-1957