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Rituelle Gewalt - ein blinder Fleck?: Bewusstsein über Gewalt an Kindern und Jugendlichen bei Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen

Untersucht wurde, inwiefern Fachkräfte, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, Erfahrungen mit ritueller/organisierter Gewalt (RG) bei Kindern/Jugendlichen erkennen können. Dazu wurde untersucht, inwiefern sich das Gewaltbewusstsein der Fachkräfte für unterschiedliche Gewaltarten und in Abhä...

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Bibliographic Details
Main Author: Ustupska, Marta
Contributors: Stopsack, Malte (VerfasserIn); Barnow, Sven (Author)
Format: Print Article
Language:German
Published: 2016
In:Trauma
Year: 2016, Volume: 14, Issue: 2, Pages: 84-96
Journals Online & Print:
Drawer...
Check availability: HBZ Gateway
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Description
Summary:Untersucht wurde, inwiefern Fachkräfte, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, Erfahrungen mit ritueller/organisierter Gewalt (RG) bei Kindern/Jugendlichen erkennen können. Dazu wurde untersucht, inwiefern sich das Gewaltbewusstsein der Fachkräfte für unterschiedliche Gewaltarten und in Abhängigkeit ihres Tätigkeitsfeldes unterscheidet und ob von beruflichen und persönlichen Faktoren auf das allgemeine Gewaltbewusstsein und das RG-Bewusstsein geschlossen werden kann. Daten von 236 Fachkräften (Kindertagespflege, Vorschule, Schule, Jugendhilfe und Kinderärzte) wurden via Online-Fragebogen bundesweit erhoben. Es zeigte sich, dass Anzeichen auf Gewalterfahrungen im Durchschnitt zu 71 % richtig erkannt wurden. Allerdings stand dem eine deutlich geringere Erkennungsleistung von RG-Erfahrungen (39 %) gegenüber. Hinsichtlich der Beurteilungskraft erzielten Kinderärzte die besten und Fachkräfte der stationären Jugendhilfe die schlechtesten Ergebnisse. RG wurde in allen Gruppen gleich selten erkannt. Das unterschiedlich hohe Gewaltbewusstsein ließ sich teilweise mit beruflichen und persönlichen Faktoren erklären. Es wird gefolgert, dass Fachkräfte einen Teil der Anzeichen für RG übersehen und Auffälligkeiten im Verhalten und am Körper von Kindern und Jugendlichen einem anderen Leiden zuordnen. Ursachen und Implikationen für Fortbildungen werden diskutiert.
Physical Description:13
ISSN:2198-5685