Ganz normale Organisationen: zur Soziologie des Holocaust

Warum waren während der Zeit des Nationalsozialismus so viele Deutsche bereit, sich an der Vernichtung der europäischen Juden aktiv zu beteiligen? Stefan Kühl behauptet: Es war die Einbindung in Organisationen des NS-Staats, die diese Menschen dazu gebracht hat, sich an Deportationen und Massenersch...

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Bibliographic Details
Main Author: Kühl, Stefan
Format: Print Book
Language:German
Published: Berlin Suhrkamp 2014
Edition:Orig.-Ausg., 1. Aufl.
Online Access: Inhaltsverzeichnis (Verlag)
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IFK: C X 407
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Description
Summary:Warum waren während der Zeit des Nationalsozialismus so viele Deutsche bereit, sich an der Vernichtung der europäischen Juden aktiv zu beteiligen? Stefan Kühl behauptet: Es war die Einbindung in Organisationen des NS-Staats, die diese Menschen dazu gebracht hat, sich an Deportationen und Massenerschießungen zu beteiligen – und zwar unabhängig von den ganz unterschiedlichen Motiven, die sie ursprünglich zum Eintritt in diese Organisationen bewogen haben. Kühl belegt diese These unter Einbeziehung der einschlägigen geschichtswissenschaftlichen und sozialpsychologischen Forschung, aber mit dem theoretischen Instrumentarium der Soziologie. Er zeigt damit auch, was diese wissenschaftliche Disziplin mit Blick auf das Thema zu leisten vermag. „Kühl benennt auf Basis der akribischen Lektüre der Prozessakten zum Polizeibataillon 101, die schon Goldhagen und Browning bemühten, sowie seiner beinahe lückenlosen Kenntnis der gesamten, jemals zum Thema Holocaust publizierten Forschungsliteratur sechs Mordmotive: unterschiedliche Formen der Identifikationen mit dem Zweck der Organisation, tatsächlich erfahrener oder mindestens erwarteter Zwang, der Druck der Kameradschaft, Geld, die Attraktivität des Mordens durch Befriedigung sadistischer Gelüste sowie die indoktrinierte Entmenschlichung der Opfer und –schließlich – die „Generalisierung“ von Motiven“ (taz)
Physical Description:411 S.
ISBN:9783518297308
3518297309