RT Article T1 Täter-Opfer-Umkehr in der Propaganda der RAF: eine Analyse ihrer kommunikativen Doppelstrategie aus Selbstlegitimierung und Selbstviktimisierung JF Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung ... IS 2 SP 244 OP 267 A1 Bergsdorf, Harald 1966- LA German YR 2021 UL https://krimdok.uni-tuebingen.de/Record/1941426697 AB Der Beitrag analysiert die doppelte Funktion der Propaganda der „Roten Armee Fraktion“, die terroristischen Anschläge als legitimen 'Kampf gegen das System' zu rechtfertigen (Strategie der Selbstlegitimation) und die RAF-Täter als Opfer darzustellen (Strategie der Selbstviktimisierung). Wesentliches Argument bei der Selbstlegitimation war die Behauptung, die Bundesrepublik sei ein ‚faschistischer Repressionsstaat‘, in dem weiterhin eine übergroße Zahl an Nationalsozialisten keine Neben-, sondern vermeintlich eine bzw. die Hauptrolle spielten. Die RAF, so die Propaganda, sei angetreten, die Menschen aus dem Joch dieser angeblich zumindest latenten Diktatur zu befreien. Daher würde sie ohne Rücksicht auf Verluste bekämpft. Mit dieser Argumentation betrieb die RAF eine Täter-Opfer-Umkehr - nicht zuletzt durch die fortgesetzte Propaganda ehemaliger Mitglieder der Organisation. Im Ergebnis verzeichnete die Propaganda nur anfänglich wenige Erfolge, scheiterte aber insgesamt weitgehend.