Täter-Opfer-Umkehr in der Propaganda der RAF: eine Analyse ihrer kommunikativen Doppelstrategie aus Selbstlegitimierung und Selbstviktimisierung

Der Beitrag analysiert die doppelte Funktion der Propaganda der „Roten Armee Fraktion“, die terroristischen Anschläge als legitimen 'Kampf gegen das System' zu rechtfertigen (Strategie der Selbstlegitimation) und die RAF-Täter als Opfer darzustellen (Strategie der Selbstviktimisierung). We...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:  
Bibliographische Detailangaben
1. VerfasserIn: Bergsdorf, Harald 1966- (Verfasst von)
Medienart: Druck Aufsatz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2024
In: Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung ...
Jahr: 2021, Heft: 2, Seiten: 244-267
Verfügbarkeit prüfen: HBZ Gateway

MARC

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520 |a Der Beitrag analysiert die doppelte Funktion der Propaganda der „Roten Armee Fraktion“, die terroristischen Anschläge als legitimen 'Kampf gegen das System' zu rechtfertigen (Strategie der Selbstlegitimation) und die RAF-Täter als Opfer darzustellen (Strategie der Selbstviktimisierung). Wesentliches Argument bei der Selbstlegitimation war die Behauptung, die Bundesrepublik sei ein ‚faschistischer Repressionsstaat‘, in dem weiterhin eine übergroße Zahl an Nationalsozialisten keine Neben-, sondern vermeintlich eine bzw. die Hauptrolle spielten. Die RAF, so die Propaganda, sei angetreten, die Menschen aus dem Joch dieser angeblich zumindest latenten Diktatur zu befreien. Daher würde sie ohne Rücksicht auf Verluste bekämpft. Mit dieser Argumentation betrieb die RAF eine Täter-Opfer-Umkehr - nicht zuletzt durch die fortgesetzte Propaganda ehemaliger Mitglieder der Organisation. Im Ergebnis verzeichnete die Propaganda nur anfänglich wenige Erfolge, scheiterte aber insgesamt weitgehend. 
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