Kriminologische Sozialraumanalysen: Regionalräumliche Wechselwirkungen und Einflüsse sozialer Desorganisation auf politisch (rechts-)motivierte Kriminalität
Dieses Teilmodul des MOTRA-Monitorings analysiert längsschnittlich auf der Grundlage entsprechend aufbereiteter Datenbestände Zusammenhänge zwischen der soziostrukturellen Situation in Deutschland auf Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte und dem Aufkommen eines politisch motivierten Kriminali...
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| Format: | Print Article |
| Language: | German |
| Published: |
2022
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| In: |
MOTRA-Monitor
Year: 2022, Pages: 152-177 |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Keywords: | |
| Parallel Edition: | Electronic
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| Summary: | Dieses Teilmodul des MOTRA-Monitorings analysiert längsschnittlich auf der Grundlage entsprechend aufbereiteter Datenbestände Zusammenhänge zwischen der soziostrukturellen Situation in Deutschland auf Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte und dem Aufkommen eines politisch motivierten Kriminalitätsgeschehens. Die Analysen folgen Annahmen, wie sie in der klassischen kriminologischen Theorie sozialer Desorganisation angelegt sind. Im MOTRA-Monitor 2021 wurden entsprechend erste deskriptiv-explorative Sozialraumanalysen von politisch motivierter Kriminalität (PMK) auf Kreisebene vorgestellt. Dieser Beitrag präsentiert aktuelle Entwicklungen zur PMK als Ausdruck eines Radikalisierungsgeschehens in Deutschland. Aufbauend auf den bisherigen Grundlagen und Befunden, werden die Ergebnisse einer weiterentwickelten Raumanalyse zu der regionalen Verteilung politisch motivierter Straftaten im Jahr 2022 mit Fokus auf den Phänomenbereich Rechts vorgestellt. Wie die Ergebnisse zeigen, erreicht das bundesweite Aufkommen von PMK im Jahr 2022 einen erneuten Höchststand seit Einführung der Statistik. Die Fallzahlen sind dabei insbesondere durch thematische Bezüge zu der Corona-Pandemie und dem Angriffskrieg auf die Ukraine geprägt. Bezüglich der regionalen Verteilung von PMK finden sich in Ostdeutschland regionale Cluster, in denen Kreise mit hohen Kriminalitätsraten rechtsmotivierter Straftaten mit überzufällig hohen Kriminalitätsraten nachbarschaftlicher Kreise einhergehen. Aus der Schätzung von räumlichen Regressionsmodellen geht hervor, dass eine erhöhte soziale Desorganisation in einem Kreis mit einer durchschnittlich höheren Kriminalitätsrate rechtsmotivierter Straftaten einhergeht. Dagegen zeigen die Befunde kein eindeutiges Bild, inwieweit das rechtsmotivierte Straftatenaufkommen vor Ort in Verbindung mit der sozialen Desorganisation benachbarter Kreise steht. Insgesamt liefert der Beitrag einen Einblick in das aktuelle Radikalisierungsgeschehen in Deutschland in Form von politisch motivierten Straftaten und präsentiert neue Erkenntnisse zu der regionalen Verteilung des politisch motivierten Straftatenaufkommens und dessen Zusammenhang zu soziostrukturellen Merkmalen. |
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| Item Description: | Literaturverzeichnis: Seite 175-176 |
| Physical Description: | Illustrationen |
