RT Article T1 Kartierung und Tiefenbohrung. Einstellungen zu sozialen Ungleichheiten und die Frage von ungleicher Macht: Mapping and elaborating. Attitudes towards social inequalities and the problem of unequal power JF Berliner Journal für Soziologie VO 35 IS 2 SP 295 OP 314 A1 Hopf, Wulf 1944- LA German YR 2025 UL https://krimdok.uni-tuebingen.de/Record/1938562194 AB In der anhaltenden Diskussion über soziale Ungleichheit, Konflikte und politische Radikalisierung nehmen die Triggerpunkte (2023) von Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser eine zentrale Stellung ein. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Einstellungen der Bevölkerung zu Ungleichheiten in vier "Arenen" der Auseinandersetzung (ökonomische Ressourcen, alltägliche Lebensweise, nationale Zugehörigkeit/Migration, Ökologie). Der Meinungsraum der Bevölkerung stellt sich insgesamt als erstaunlich konsensuell, an Gleichheit orientiert und nur an den Rändern radikalisiert dar. Eine Polarisierung der Öffentlichkeit nach wenigen Großgruppen ist nicht zu finden. Ein wesentlicher Erkenntnisgewinn der Studie ergibt sich daraus, dass die Stellung der Befragten in der Klassenstruktur (nach Daniel Oesch) und ihre Parteizugehörigkeit als Verstärker politischer Einstellungen berücksichtigt werden. Systematisch unterbelichtet dagegen bleiben Ungleichheiten von Macht und Herrschaft. Das politische System als eigenständige "Arena" von Konflikten fehlt gänzlich; die Klassenstruktur wird deskriptiv verwendet und nicht als Ausdruck von gesellschaftlichen Herrschaftsbeziehungen begriffen. Der "implizite Gesellschaftsvertrag", der im qualitativen Teil der Untersuchung herausgearbeitet wird, erscheint als ein Vertrag unter Gleichen, aber nicht zwischen Machteliten und Bevölkerung. AB In the ongoing debate on social inequality, conflicts, and political radicalization, the book Triggerpunkte (2023) by Steffen Mau, Thomas Lux and Linus Westheuser occupies a central position. The study focuses on attitudes towards inequality in four "arenas" of conflict (economic resources, everyday lifestyle, national affiliation/migration, ecology). Overall, the "opinion space" of the German population appears surprisingly consensual, oriented towards equality and only radicalized at the margins. There is no observable polarization of the public into few major groups. By taking into account the position of the respondents in the class structure (following Daniel Oesch) as well as their party affiliation as amplifiers of political attitudes, the study presents a significant gain in knowledge. However, inequalities of power and domination remain systematically under-thematized. The political system is not addressed as an independent "arena" of conflict itself; class structure is used descriptively, instead of being understood as an expression of social relations of domination. The "implicit social contract", which is elaborated in the qualitative part of the study, appears as a contract between equals, but not between elites and the people. K1 Attitude research K1 Domination K1 Einstellungsanalyse K1 Gesellschaftliche Spaltung K1 Herrschaft K1 Inequality K1 Macht K1 Polarisierung K1 Polarization K1 Power K1 Social Conflict K1 Social division K1 Soziale Konflikte K1 Soziale Ungleichheit DO 10.1007/s11609-025-00563-6