Politischer Protest und Radikalisierung: (WZB-ProtestMonitoring)

Das ProtestMonitoring am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersucht anhand eines systematischen Monitorings die deutsche Protestlandschaft und ihre Radikalisierungsdynamiken. Dabei werden verschiedene Protestforderungen und -formen - von Petitionen über Demonstrationen bis hin...

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Detalles Bibliográficos
Autores principales: Hutter, Swen 1978- (Autor) ; Kanol, Eylem (Autor) ; Gonzatti, Daniel Saldivia (Autor) ; Schürmann, Lennart (Autor) ; Völker, Teresa Sophie (Autor) ; Koopmans, Ruud 1961- (Autor)
Tipo de documento: Print Artículo
Lenguaje:Alemán
Publicado: 2022
En: MOTRA-Monitor
Año: 2022, Páginas: 110-135
Verificar disponibilidad: HBZ Gateway
Palabras clave:
Parallel Edition:Electrónico
Descripción
Sumario:Das ProtestMonitoring am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersucht anhand eines systematischen Monitorings die deutsche Protestlandschaft und ihre Radikalisierungsdynamiken. Dabei werden verschiedene Protestforderungen und -formen - von Petitionen über Demonstrationen bis hin zu politischer Gewalt - im Zeitverlauf vergleichend analysiert. Ein breites Protestverständnis ermöglicht es uns, integrale Radikalisierungsprozesse nachzuvollziehen. In diesem Jahr fokussieren wir unsere Darstellung im MOTRA-Monitor auf zwei Teilprojekte: die Protestereignisanalyse und die Profilanalyse extremistischer Akteure. Konkret präsentieren wir die historische Entwicklung der deutschen Protestlandschaft von 1950 bis 2022 anhand von neuen und international einzigartigen Protestdaten. Darüber hinaus konzentriert sich das ProtestMonitoring auf aktuelle Dynamiken seit 2019. Vor diesem Hintergrund stellen wir für das Jahr 2022 eine Normalisierung im Sinne einer starken Re-Mobilisierung der Anzahl der Protestierenden und einer De-Radikalisierung der Protestformen im Vergleich zu den pandemischen Jahren 2020 und 2021 fest. Gleichzeitig kam es zu einer verstärkenden Internationalisierung der Protestforderungen im Kontext des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und anderer internationalen Themen. Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse des Protestgeschehens widmet sich der Frage, warum der sogenannte „Heiße Herbst” 2022 nicht stattgefunden hat. Die Profilanalyse extremistischer Akteure präsentiert vergleichende Befunde zu den Biografien von über 890 rechtsextremen und islamistischen Straftäter*innen. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale und organisatorische Netzwerke eine zentrale Rolle bei der Radikalisierung in beiden Phänomenbereichen spielen, während die häufig als „einsame Wölfe“ bezeichneten Extremist*innen ohne enge Einbindung in Netzwerke kaum zu beobachten sind. Zudem zeigt sich, dass islamistische Extremist*innen in Deutschland im Durchschnitt nicht weniger gebildet sind als die Vergleichsgruppe. Dies steht im Gegensatz zu den Befunden im Bereich des Rechtsextremismus.
Notas:Literaturverzeichnis: Seite 133-135
Descripción Física:Illustrationen, Diagramme