Stressbelastung und Persönlichkeitsstörungen bei strafgefangenen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl inhaftierter Migranten, die in Deutschland Straftaten be̶gangen haben, wurde eine epidemiologische Querschnittserhebung von Stressbelastung und Per̶sön̶lichkeitsstörungen an zwei Stichproben, nämlich einer im baden-württembergischen Strafvollzug inhaftierten...

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Contributors: Pokorny, Dan (Other) ; Pfäfflin, Friedemann 1945- (Other) ; Malanin, Arkadi (Other)
Format: Print Article
Language:Undetermined language
Published: 2004
In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform
Year: 2004, Volume: 87, Issue: 1, Pages: 22-36
Check availability: HBZ Gateway
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Description
Summary:Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl inhaftierter Migranten, die in Deutschland Straftaten be̶gangen haben, wurde eine epidemiologische Querschnittserhebung von Stressbelastung und Per̶sön̶lichkeitsstörungen an zwei Stichproben, nämlich einer im baden-württembergischen Strafvollzug inhaftierten Stichprobe (N = 60) sowie einer Kontrollstichprobe (N = 30) nicht straffällig gewordener Migranten, die im selben Bundesland leben, durchgeführt. Zur Erhebung der Persönlichkeitsstörun̶gen wurde mit dem SKID-II ein auf den DSM-IV Kriterien der Persönlichkeitsstörungen fußendes Instrument zur Selbst- und Fremdeinschätzung verwendet. Stressverarbeitungsfähigkeit wurde mit einem Alltagsbelastungsbogen (ABF) gemessen. Außerdem wurde ein halbstrukturiertes kurzes In̶ter̶view zu Migrations- und Hafterfahrungen geführt. Geprüft wurden die Hypothesen, dass sich erstens bei inhaftierten Migranten eine deutlich höhere Stressbelastung findet als bei nicht straffällig gewordenen, zweitens, dass aber der Anteil Persönlichkeitsgestörter nicht grundsätzlich höher ist als sonst im baden-württembergischen Strafvollzug, außer ̃ drittens ̃ in der Teilgruppe mit erhöhter Stress̶belastung
ISSN:0026-9301