Die forensisch-psychiatrische Begutachtung von 81 Tötungsdelikten in Basel-Stadt/Basel-Land unter Berücksichtigung des ethnischen Aspektes
Die sog. Ausländerkriminalität bzw. "kriminelle Asylbewerber" bewegen die öffentliche Meinung der Schweiz. Bisherige Studien, die sich auf Anzeigestatistiken der Polizei stützten, könnten durch einen Auslesebias beeinträchtigt sein. Mit der vorliegenden Arbeit soll anhand eines Kollektivs,...
| Authors: | ; ; |
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| Format: | Print Article |
| Language: | Undetermined language |
| Published: |
2003
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| In: |
Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform
Year: 2003, Volume: 86, Issue: 6, Pages: 446-457 |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Keywords: |
| Summary: | Die sog. Ausländerkriminalität bzw. "kriminelle Asylbewerber" bewegen die öffentliche Meinung der Schweiz. Bisherige Studien, die sich auf Anzeigestatistiken der Polizei stützten, könnten durch einen Auslesebias beeinträchtigt sein. Mit der vorliegenden Arbeit soll anhand eines Kollektivs, bei dem diese Einwände nicht gelten, versucht werden, ausländische, d.h. Täter ohne Schweizer Pass, mit Schweizer Tätern zu vergleichen. Da in den Kantonen Basel-Land/Basel-Stadt bei fast allen versuch̶ten oder vollendeten Tötungen ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben wird und die Lei̶tung des forensisch-psychiatrischen Dienstes der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel seit über zehn Jahren in denselben Händen liegt, waren hier reliable, vergleichbare Daten zu erwarten. Es sind alle 81 Fälle versuchter und/oder vollendeter Tötung aus den Jahren 1989 bis 1998 anhand der archi̶vier̶ten forensisch-psychiatrischen Gutachten hinsichtlich sozioökonomischer Daten wie Alter, Ge̶schlecht, Zivilstand, Aufenthaltsstatus, psychiatrischer Diagnose und kriminologischer Daten wie Vorstrafen und Motiv untersucht worden. Es fanden sich hauptsächlich hinsichtlich Zivilstand, Motiv und psychiatrischer Diagnose bedeutsame Unterschiede. Ausländische Straftäter begehen ihre Delikte häufiger im sozialen Nahfeld und scheinen ganz allgemein aus sozial stabileren Verhältnissen zu kom̶men als vergleichbare Schweizer Straftäter. Eine spezifische Bedrohung der "inneren Sicherheit" scheint durch ausländische Gewalttäter nicht gegeben. S. 446 - 457 |
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| ISSN: | 0026-9301 |
